Die Kultur der Sommer-Höfe und
Sommer-Käsereien im Piora
Nicht nur die Landschaft zeichnet das Val Piora aus, auch seine lange
Kultur der Alpwirtschaft und der Käseproduktion.

Die Piora Mulde ist die grösste und weiteste Alpwirtschafts-Zone
des Tessin, mit rund 3500 Hektaren.
Das gute Weideland wird seit Jahrhunderten mit verschiedenen
Viehgenerationen getrennt bestossen: Auf der Alpe Piora, auf 2000 m
ü.M. übersommern 250 Milchkühe in Reichweite der Käserei,
am Ritomsee und auf dem Passo dell'Uomo, auf 2200 m, grasen 120 Rinder
(Kühe bis 2 Jahre) in der Nähe von alten Unterständen
und beim Lago Tom 80 Rinder. Die Periode der Sömmerung dauert
von Ende Juni bis Mitte September.
Die Geschichte dieser Bergregion der Oberen Leventina und ihrer Landwirtschaft
ist mehr als tausend Jahre alt: Schon im 10.Jh. haben die erfahrenen
und fortschrittlichen Siedler die steilen Talhänge mit den vor
Lawinen und Erosion schützenden Bergwäldern als gemeinsames
Eigentum in die Dorfbürgerschaft, das Patriziato, eingebracht
und seither bis heute gemeinsam verwaltet und erhalten. Im Jahre 1227
wurden dann in einem politisch eminenten und "ewigen" Vertrag
die Alpweiden, Ställe und Berghöfe verteilt auf die verantwortlichen
Dorfbürgerschaften. Die Region Piora kam zur Corporazione dei
Boggesi Alpe Piora, die noch heute Eigentümer aller Alpen und Weiden
ist.
Der Bergsee Lago di Cadagno ist in den letzten 20 Jahren zum
Ziel wissenschaftlicher Studien geworden: Das Centro di Biologia
Alpina, in Zusammenarbeit von Schweizer und ausländischen Universitäten
aufgebaut, erforscht die biologische Struktur des Bergsees, mit dem
Phänomen der "meromissi" (www.piora.org).

Der Sommer-Hof am Lago Tom |

Kühe auf der Alpe Carorescio |

Alpweide in Cadagno |

Lago Cadagno |

Der Alp-Hof Piora
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Harmonie von Natur und Besuchern |
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